ARTWEEKEND TIPPS – Woche 35 / 2017

INTERNATIONAL LIGHT ART AWARD 2017
Zentrum für internationale Lichtkunst, Unna

LAST DAYS
Laufzeit: 22.04.-03.09.2017
Öffnungszeiten

Bei einem feierlichen Festakt im Zentrum für Internationale Lichtkunst Unna wurde zum zweiten Mal der International Light Art Award (ILAA) vergeben. Den mit 10.000 € dotierten Preis erhielt der japanische Multimedia Künstler Satoru Tamura. Rund 300 Konzepte aus über 40 Ländern wurden eingereicht und von einer international besetzten Fachjury unter dem Vorsitz von Keith Sonnier begutachtet. Als Finalisten wurden Tilman Küntzel, Satoru Tamura sowie das Duo Vroegop/Schoonveld ausgewählt, deren speziell für das Museum angefertigten Arbeiten noch bis zum 3. September zu in Unna zu sehen sind.

In Tilmann Küntzels Installation zeichnet sich das Licht von 40 flackernden Glühbirnen eines großen, auf dem Boden liegenden Kristall-Kronleuchters als spektralfarbene, tanzende Bewegung an den Wänden und der Decke ab. Seine Audiovisuelle Rauminszenierung mit Lüster füllt den Raum nicht nur mittels Leuchtkraft, sondern auch mittels akustisch wahrnehmbarer Schaltgeräusche, die durch Fehlschaltungen entstehen.
Das holländische Künstler-Duo Vroegop/Schoonveld ist für seine Installation ECHO, turning the light around nominiert. 200 rotierende Lampen mit einem schwarzweiß karierten Muster bilden die Form eines Unendlichkeitszeichens. Durch die Bewegung des Lichts entsteht ein fließender Strom, der den Blick von außen nach innen leitet. Das Konzept der begehbaren Lichtskulptur rekurriert auf
eine taoistische Meditationsweise und ist in ihrer reduzierten Form auch ein Echo auf die minimalistische Kunst.
Die Kunstwerke des japanischen Multimedia-Künstlers Satoru Tamura basieren
auf dem Thema der „Vernichtung der Bedeutung“, um Werke von puren, reinen
Ideen, ohne Symbolcharakter zu kreieren. So auch Point of Contact for Unna,
das, um es einfach zu sagen, ein offener und übergroßer elektrischer Schalter ist.
Satoru Tamura definiert Licht nicht als Technologie, sondern als Phänomen.
Elektrizität fließt, Lichter gehen an.

Satoru Tamura: Point of Contact for Unna, 2017. Foto: Frank Vinken

LICHTBLICKE  
Kunstverein KunstHaus, Potsdam

Eröffnung: 03.09.17, 18 Uhr
Laufzeit: 03.09. – 22.10.2017
Öffnungszeiten: Di 11-15 Uhr, Mi-Fr 11-18 Uhr, Sa- So 12-17 Uhr

Licht spielt in der Kunst des Nordens eine besondere Rolle. Von kühler Klarheit und Brillanz der lichten Mitsommer bis zu tiefster Dunkelheit der Polarnächte zeigt sich ein reiches Spektrum zwischen Hell und Dunkel, dessen Wirkung sich nicht zuletzt auch in der zeitgenössischen finnischen Fotografie entfaltet. Seit den 1990er Jahren spielt das Medium Fotografie neben dem Video in der Kunst Finnlands eine wesentliche Rolle. Längst wird die hohe Qualität im internationalen Kunstbetrieb wahrgenommen. Die finnische Fotografie präsentiert sich heute als ein reich gedeckter Tisch mit verschiedenen künstlerischen Strategien und Sichtweisen.
Die Ausstellung LICHTBLICKE gibt einen Einblick in die vielfältigen Tendenzen der aktuellen finnischen Fotografie. Sie präsentiert exemplarisch Arbeiten unterschiedlicher Generationen, die alle eine wichtige Position in der finnischen Fotokunst einnehmen und darüber hinaus den Sprung auf die internationale Kunstbühne geschafft haben. Gemeinsam für die ausgewählten Arbeiten ist der meisterhafte und kühne Einsatz des Lichtes. Vielleicht ist es gerade dieses kühle und klare nordische Licht, das die Künstler und Künstlerinnen – bewusst oder unbewusst – inspiriert?

Markus Henttonen, Snowflake, 2015, 2015, aus der Serie Twisted Tales – Road to Hope, archival pigment print, 40 x 30 cm, ed. 1/6 © Markus Henttonen

Quelle: Text


MACHT GELD
Galerie VEREIN BERLINER KÜNSTLER, Berlin

Eröffnung: 01.09.2017, 19 Uhr
Laufzeit: 01.09. – 24.09.2017
Öffnungszeiten: Di – Fr 15-19 Uhr, Sa – So 14-18 Uhr

Der Titel spricht zwei Begriffe an, die für Struktur- und Verhaltens-bestimmende Regeln menschlicher Zivilisation stehen. Die Begriffskombination kann in der deutschen Sprache auch als Tätigkeit verstanden werden, die wiederum für eine Grundhaltung menschlichen Strebens innerhalb eines Gesellschaftssystems steht: Anhäufen von Geld, um Macht zu erlangen, sei es auch nur die Macht, frei bestimmen zu können. Als Macher von Kunst, wie dies einst die Deutsche Bank mit „Macht Kunst“ 1 vorführte, ist man nicht frei davon, den Geldströmen zu folgen. Die Ausstellung wirft Fragen zu Macht und Geld anhand von Arbeiten der drei Künstler_Innen auf. Alle drei hatten sich unabhängig in Projekten damit beschäftigt. In der
Ausstellung werden ausgewählte Arbeiten ausgestellt und Dokumentationen zu den drei Projekten gezeigt. Die Werke wurden bereits vielfach beachtet (u. a. Biennale 55 in Venedig, Frauenmuseum Bonn, Kunstverein Solingen). Allen drei Projekten gemeinsam ist die konzeptuelle Visualisierung, indem Wissens-Hintergründe vorausgesetzt werden. Sei es Materialität, formale Gestaltung und Verwendung von Symbolen und Zeichen, mit allen Elementen wird auf Wahrnehmen und Erkennen abgezielt.
Quelle: Text


NEULAND
KUNSTHALLE, Hamburg

Laufzeit: 02.06.17 – 10.06.2018
Öffnungszeiten: Di-So 10-18 Uhr, Do 10-21 Uhr

Im Ausstellungsformat Neuland zeigt die Hamburger Kunsthalle bereits zum zweiten Mal Positionen internationaler Künstler_innen, die sich in ihrem Werk mit globalen Veränderungsprozessen, mit Fragen von Identität und Verortung beschäftigen. Für den gleichnamigen Projektraum Neuland werden dafür im jährlich wechselnden Rhythmus neue Werke konzipiert. Auf Einladung des Museums hat nun der mexikanische Künstler Jose Dávila (*1974, Guadalajara) neue Werke entworfen: Sieben gleichermaßen fragile wie imposante raumgreifende Skulpturen spielen mit physikalischen Kräften, Balance und Masse. Gleichzeitig interagieren sie spannungsvoll mit der von dem Architekten Oswald Mathias Ungers konzipierten Architektur für die Galerie der Gegenwart. In A cube symbolically has no middle point (2017) kombiniert Dávila getöntes Glas mit Spiegeln und farbintensiven Spanngurten zu einer Skulptur, die nur in der zusammenhängenden Ganzheit stabil ist. In Legacy is seldom stable (2017) treffen gegensätzliche Materialien und Formkombinationen wie Sandsteinquader und Findlinge aufeinander. Diese Bilder von sensibler und eleganter Übereinstimmung, deren Verletzbarkeit permanent mitschwingt, sind typisch für die Kunst von Jose Dávila.

Jose Dávila (*1974), The riddles have been unriddled, 2017, Ausstellungsansicht Hamburger Kunsthalle, Spionspiegel, 3 Flusssteine, Findling und Spanngurte, Maße variabel
© Courtesy of the artist
Foto: Kay Riechers

Quelle: Text l Bild

 

Wir wünschen ein schönes ARTWEEKEND!



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