ARTWEEKEND TIPS – Woche 02/2018

Opening: N A U T I L U S Schnecken, Muscheln und andere Mollusken in der Fotografie

Vernissage: 12.01.2018, ab 19 Uhr
Laufzeit: 13.01.208–15.04.2018

Alfred Ehrhardt Stiftung | Auguststr. 75, 10117 Berlin

Neben Pflanzen und Kristallen gehören Gehäuse von Schnecken, Muscheln und anderen Mollusken (Conchylien) zu jenen ›Bauformen der Natur‹, die die Fotografen der Moderne besonders fasziniert haben. Die Alfred Ehrhardt Stiftung widmet diesem fotografischen Bildthema eine eigene Ausstellung mit begleitendem Katalogbuch. Den Ausgangspunkt dafür bilden die im Nachlass des Fotografen erhaltenen Aufnahmen, die Alfred Ehrhardt in seinen Fotobüchern ›Muscheln und Schnecken‹ (1941) und ›Geprägte Form‹ (1968) veröffentlicht hat. Das Interesse der Menschheit an Muschelschalen und Schneckengehäusen geht bis in frühkulturelle Zeiten zurück und hat in der Kulturgeschichte viele Spuren hinterlassen, nicht zuletzt in der Bildenden Kunst. Conchylien waren für Künstler und Fotografen nicht nur aufgrund ihres faszinierenden Formenreichtums, ihrer Schönheit, ihrer skulpturalen Qualität sowie der Magie ihres mathematisch exakten Spiralwachstums ein beliebtes Motiv. Mehr als durch jedes andere künstlerische Medium wurde die Conchylie durch die Fotografie als kosmisches, religiöses, mythologisches oder sexuelles Symbol zum Bedeutungsträger einer Welt jenseits des Materialen von überzeitlicher Gültigkeit.

 

Alfred Ehrhardt, Nautilus pompilius L., Philippinen, 1940/41, Abzug 1968 Silbergelatine, 30 x 24,2 cm © bpk / Alfred Ehrhardt Stiftung

Current: »come to light«

Laufzeit: 10.12.2017 – 24.01.2018

Dorothea Konwiarz Stiftung | Schlüterstraße 71, 10625 Berlin

Marta Djourina befasst sich experimentell mit den Grenzen der analogen Fotografie. Dabei handelt es sich meistens um kameralose Arbeiten, die auch Einzelstücke sind. Blindzeichnungen mit Licht, malerisch angelegten Direktbelichtungen, experimentelle, gefaltete Arbeiten an der Grenze zu Objekten, ‘Filtergramme’ und Interaktionen anhand Lochkameras bilden das Kernstück Djourinas Werks. Ihre Werkzeuge sind das Fotopapier selbst und unterschiedliche Lichtquellen (wie Taschenlampen, Laserpointers etc.). Das Papier mit dessen Eigenschaften, Licht aufzunehmen, wird zum Träger der Spuren einer malerischen Handlung anhand der erwähnten Lichtquellen. Licht statt Pinsel, Fotopapier statt Leinwand. Die auf das Wesentliche reduzierten technischen Komponenten Licht und Fotopapier werden zum Teil ihres künstlerischen Schaffensprozesses. Ein großer Teil Djourinas Arbeiten stellen Direktbelichtungen und Lichtzeichnungen bzw. Lichtmalereien dar. Die Spuren, die dabei entstehen, sind keine unmittelbaren, sondern abstrakte Folgen der Interaktion zwischen Licht und Papier. Ihre Interessen an Zeichnung und Malerei übersetzt sie anhand verschiedenen Lichtquellen, womit sie eine Art Blindmalerei auf dem Fotopapier in der Dunkelheit des Fotolabors schafft. In diesem experimentellen Verfahren interessiert sie sich unter anderem für die Distanz zwischen Kunstwerk und Kunstschaffendem. Wie kann man ein Bild nur anhand einer Lichtquelle produzieren und somit Licht zum Thema machen? Die Experimente in diesem Bereich besitzen einen “malerischen” und auch “zeichnerischen” Ansatz.

© Marta Djourina, o.T., 2016, Direktbelichtung auf gefaltetem analogen Fotopapier, Unikat

Textquelle | Bildquelle 


Winterrundgang der Spinnereigalerie

Datum: 13.01.2017, 11 – 20 Uhr 

Leipziger Baumwollspinnerei|Spinnereistraße 7, 04179 Leipzig

Auf dem Werksgelände der Leipziger Baumwollspinnerei findet am Samstag der kleine Winterrundgang der SpinnereiGalerien statt. Alle Galerien und Ausstellungsflächen eröffnen zu diesem Anlass neue Ausstellungen. Fotografiestudierende der HGB Leipzig und der AdbK Nürnberg beantworten in einer Werkschau die Frage, inwiefern (Selbst)Inszenierungen via Instagram, Facebook & Co und das ständige Zirkulieren von Bildern die Auseinandersetzung mit dem Portrait als traditionellem Genre der bildenden Kunst beeinflussen. Das Kunstzentrum Halle 14 zeigt die Schau »Räume sozialer Produktion. Eine Selbstverortung nach 14 Jahren HALLE 14« und versteigert im Rahmen einer großen Benefiz-Auktion 38 gespendete Werke. Die Galerie EIGEN+ART eröffnet die Installation Background mode von Lada Nakonechna.

Spinnerei Neonreklame; Uwe Walter; 2006


Bildquelle: Pressebild


Opening: In einem anderen Land

Vernissage: 11.01.2018
Laufzeit: 12.01.208–29.03.2018

HAUS am KLEISTPARK | Grunewaldstr. 6/7, 10823 Berlin-
Schöneberg

Das Ausstellungsprojekt thematisiert, ob und wenn ja wie sich der Wechsel konträrer Gesellschaftssysteme und in hoher Geschwindigkeit sich fortentwickelnde Technologien auf die künstlerische Arbeit von Fotograf/innen auswirken können. Am Beispiel von zwölf fotografischen Positionen aus Deutschland von 1976 bis heute werden ablesbare Veränderungen im Werk – politische, persönliche, kulturelle und technologische –  sichtbar gemacht.  Das thematische Spektrum der ausgestellten Arbeiten reicht von manifestierter Wirklichkeit in der Fotografie über die Inszenierung als Versuch, neue Wirklichkeiten zu erschaffen bis zur medialen Erweiterung von der Fotografie zur Aktion und zum Film. Fotografie und Transformation, die Würde des Alltäglichen als Gegenstand der Fotografie und Fotografie als Gleichnis existenzieller Fragen menschlichen Seins sind weitere inhaltliche Schwerpunkte.
Kuratiert von Gabriele Muschter und Uwe Warnke. Zu sehen sind Arbeiten von: Tina Bara, Christian Borchert, Kurt Buchwald, Caroline Dlugos, Else Gabriel, Franz John, Barbara Klemm, Matthias Leupold, Manfred Paul, Rudolf Schäfer,  Erasmus Schröter, Maria Sewcz.

Christian Borchert, Großfamilie S. (ABM, Geschäftsführerin) im Wohnzimmer, Groß-Kiesow, 1993

Textquelle


 Wir wünschen ein schönes ARTWEEKEND!

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