ARTWEEKEND TIPS – Woche 07/2018

DUESSELDORF PHOTO

Laufzeit: 16.02.2018–25.02.2018

Düsseldorf

In Düsseldorf findet das größte Fotofestival in Nordrhein-Westfalen statt. Ab Februar 2018 präsentiert DUESSELDORF PHOTO einmal jährlich zahlreiche Ausstellungen und Veranstaltungen zu historischer und zeitgenössischer Fotografie.

Vom 16. bis 25. Februar 2018 steht die Stadt Düsseldorf für 10 Tage ganz im Zeichen der Fotografie. Rund 50 Museen, Kulturinstitutionen, Hochschulen, Galerien und Projekträume präsentieren Werke von über 100 Fotografen und Fotografinnen in ganz Düsseldorf.

Museums- und Galerieausstellungen, kuratiere Satellitenprojekte, Aktionen im öffentlichen Raum, Konferenz, Fotobuchmesse, Filmprogramm und Mappenschauen widmen sich der Geschichte, der Zukunft, den Akteuren und aktuellen Diskursen der Fotografie – u.a. mit Thomas Ruff, Barbara Kasten, Herlinde Koelbl, Kris Scholz, Louise Dahl-Wolfe, Charles Paul Wilp, Akram Zaatari, Dennis Hopper, Klasse Christopher Williams.

Beteiligte Häuser sind unter anderem K21 – Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, NRW-Forum Düsseldorf, Museum Kunstpalast, Sammlung Philara, Galerie Hans Mayer, Konrad Fischer Galerie und viele mehr.

Veranstalter ist das NRW-Forum Düsseldorf in Zusammenarbeit mit den Museen, Kulturinstitutionen, Hochschulen, Galerien und Projekträumen.

Photo: Robert Pufleb: Source And Sink

Der Blick nach vorn zurück

Düsseldorf ist in Deutschland eine Metropole der Fotografie. Zahlreiche der wichtigsten Fotografen der Welt kommen aus Düsseldorf und leben zum Teil noch immer hier. Das Festival DUESSELDORF PHOTO trägt dem Erbe der Stadt Rechnung und richtet gleichzeitig den Blick nach vorne. Berühmte Becher-Schüler wie Thomas Ruff sind ebenso dabei wie Charles Wilp, der als prägender Düsseldorfer Fotograf ohne Becher-Bezug gilt. Einen Schwerpunkt legt das Festival auch auf eine neue Generation der (Düsseldorfer) Fotografie: Die Ausstellung „Klassenverhältnisse“ zeigt fotografische Arbeiten von Studierenden der Kunstakademie Düsseldorf, Schüler von Andreas Gursky, Katharina Fritsch und Christopher Williams. In der Hochschule Düsseldorf präsentieren Studierende fotografische und multimediale Arbeiten, die in Seminaren der HSD / Peter Behrens School of Arts entstanden sind. Im Off-Raum Im Goldenen stellen die Fritsch-Schüler Sara-Lena Maierhofer und Conrad Müller aus, Becher-Schüler Kris Scholz in der Sittart-Galerie und Becher-Schüler Stefan Schneider tritt bei der offiziellen Festivalparty auf.

Neue Orte bespielen

Neben großen Häusern, Galerien und Institutionen bespielt DUESSELDORF PHOTO auch gezielt neue Orte in der Stadt. In der Alten Kämmerei stellen Studierende aus dem Seminar von Mischa Kuball (Kunsthochschule für Medien Köln) aus. Die Ausstellung der Studierenden der Kunstakademie Düsseldorf wird bei Kaffee und Kuchen in einer Privatwohnung in der Ackerstraße 36 präsentiert. Im öffentlichen Raum sind 30 großformatige Arbeiten von internationalen Künstlern auf Werbeplakatflächen unter dem Titel „2min ago“ zu sehen.

Photo: © Andy Kassier

Diskurs-Programm

Das Festival stößt auch eine inhaltliche Diskussion an: Wie ist der heutige Stellenwert der Düsseldorfer Fotografie zu bewerten und des Mediums allgemein? Wie hat sich die Fotografie weiterentwickelt und wie ist sie unter dem Einfluss von sozialen Medien und Digitalisierung zu verorten? Die Hochschule Düsseldorf richtet die internationale Konferenz „Photography (No_On) Photography“ (17.2., 11–0 Uhr) unter anderem mit Speakern wie Alec Soth und Wolfgang Ullrich. Die Fotobuchmesse DUESSELDORF PHOTO BOOKS (16.-18.2.) zeigt internationale Buchverlage und ihre aktuellen Publikationen sowie die Shortlist des „Paris Photo‐Aperture Foundation PhotoBook Awards“. Zahlreiche Häuser bieten außerdem begleitend zu ihren Ausstellungen Vorträge und Diskussionen an.

Festival-Programm

DUESSELDORF PHOTO ist ein Festival inklusive Party und Langer Nacht. Am 17. Februar gibt es bei der offiziellen Festival-Party im Weltkunstzimmer Live-Acts von Orson + Pola Sieverding, Haiyti und Signe Pierce, zur Langen Nacht der Fotografie neben Öffnungszeiten bis 0 Uhr auch ein umfangreiches Begleitprogramm mit Führungen, Performances und Konzerten. Die Filmkunstkinos bieten ein begleitendes Filmprogramm in der Blackbox und im Bambi an unter anderem mit Filmen von und mit Robert Mapplethorpe, Wim Wenders, Anton Corbijn, Vivian Maier, Michelangelo Antonioni. Im Projektraum WerkstattWerkstatt können Besucher sich Motive berühmter Fotografen tätowieren lassen.

Alle Ausstellungen und Veranstaltungen unter: http://www.duesseldorfphoto.de/


BRUNCH – New Bauhaus Chicago: Experiment Fotografie und Film

Sonntag, 18.02.2018, 11-13 Uhr

Bauhaus-Archiv Berlin | Klingelhöferstraße 14, 10785 Berlin

Nach einem Frühstück im bauhaus-café erfährt man bei einer Führung spannende Details und Hintergrundinformationen zur Sonderausstellung „New Bauhaus Chicago: Experiment Fotografie“.

Anlässlich des 80. Gründungsjubiläums des New Bauhauses in Chicago widmet das Bauhaus-Archiv der dort gelehrten und praktizierten Fotografie eine eigene Sonderausstellung. 1937 in der Tradition des Bauhauses von dem Avantgardekünstler und ehemaligen Bauhaus-Lehrer László Moholy-Nagy gegründet, wurde an der Kunstschule Licht als eigenständiger Werkstoff behandelt und mit verschiedensten Verfahren wie Fotomontage, Fotogramm und Lichtmalerei experimentiert.

Brunch, Eintritt und Führung: 22 €, Mitglieder 17 €

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CLOSING: Ayşe Erkmen & Mona Hatoum. Displacements/Entortungen

Closing: 18.02.2018
Laufzeit: 18. 11.2017 – 18.02.2018

Museum der bildenden Künste Leipzig | Katharinenstraße 10, 04109 Leipzig

Mit der Ausstellung Displacements/Entortungen initiiert das Museum der bildenden Künste Leipzig einen Dialog zwischen den Künstlerinnen Ayşe Erkmen (Istanbul) und Mona Hatoum (Beirut). Es ist die erste Doppelausstellung der beiden international bekannten Künstlerinnen. Sowohl Erkmen als auch Hatoum haben künstlerische Positionen entwickelt, in denen die Reflexion über die Spezifität eines Ortes und damit verbundener gesellschaftlicher und politischer Fragen eine wichtige Rolle spielen.Beide begreifen den Ort und seinen historischen Kontext als Teil ihrer künstlerischen Arbeit und setzen sich auf unterschiedliche Art mit persönlichen und globalen Fragestellungen auseinander. Das Leitmotiv der Ausstellung folgt dem englischen Begriff des displacement, der neben der politischen Bedeutung im Sinne von Vertreibung auch als Affektverschiebung verstanden werden kann und einen Transformationsprozess bezeichnet.

Dieses Leitmotiv weist in seiner Offenheit vielfältige Berührungspunkte formaler, persönlicher und inhaltlicher Art im Werk von Ayşe Erkmen als auch von Mona Hatoum auf. Ayşe Erkmen dienen die spezifischen Eigenheiten eines Ortes als Ausgangslage, um Arbeiten und Installationen zu schaffen, die den jeweiligen gesellschaftlichen, kulturellen und topografischen Kontext oder den institutionellen Rahmen, in dem sie entstehen, reflektieren. In dieser konkret auf einen Ort ausgerichteten Aneignung verneint sie Auseinandersetzungen mit Stilfragen und lässt vielmehr eine einzigartige persönliche künstlerische Haltung erkennen. Mona Hatoum findet die Inspiration für ihre Werke oftmals in der Auseinandersetzung mit dem Raum und in ihrem persönlichen Umfeld. Dabei wendet sie Techniken des Displacement im Sinne einer Verfremdung an, die Verunsicherung hervorruft. Häufig treten Gegenstände des Alltags in ihren Werken auf, die in abgewandelter oder vergrößerter Form eine suspekte und feindliche Wirklichkeit darstellen. Die Arbeiten erscheinen verletzlich oder orientierungslos und konfrontieren uns mit einer von Konflikten und Widersprüchen geprägten Welt.

Gemein ist beiden Künstlerinnen die Verwendung von anscheinend vertrauten Formen und Ausdrucksmitteln, die sie neu konnotieren und durch andere künstlerische und formale Bezüge in ihrer Bedeutung verschieben.

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RETROSPEKTIVE: Weimarer Kino – neu gesehen

Laufzeit: 15.02.2018 – 25.02.2018

Deutsche Kinemathek | Potsdamer Straße 2, 10785 Berlin

Die Retrospektive der 68. Internationalen Filmfestspiele Berlin stellt die Vielfalt des Weimarer Kinos ins Zentrum. Vor rund 100 Jahren, nach dem Ende des Ersten Weltkriegs und mit der Ausrufung der Weimarer Republik, entwickelte sich eine der produktivsten und einflussreichsten Phasen des deutschen Filmschaffens, die dessen internationale Wahrnehmung bis heute prägt. 28 Programme mit Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilmen aus den Jahren 1918 bis 1933 werden bei „Weimarer Kino – neu gesehen“ auf der großen Leinwand zu erleben sein.„Quer durch die Genres dokumentiert die Retrospektive den Zeitgeist der Weimarer Republik und reflektiert Identitätsfragen. Das Spektrum reicht von der schwungvollen Tonfilmoperette über wortwitzige Komödien bis hin zu sozial und politisch engagierten Filmen. Die Filme sind von enormer Frische und Aktualität“, kommentiert Berlinale-Direktor Dieter Kosslick.

Die Retrospektive konzentriert sich auf drei thematische Schwerpunkte: „Exotik“, „Alltag“ und „Geschichte“. In ferne, exotische Welten führen Clärenore Stinnes und Carl Axel Söderström mit ihrer abenteuerlichen Reise IM AUTO DURCH ZWEI WELTEN (1927–31). Friedrich Dalsheim und Gulla Pfeffer beobachten in ihrem frühen ethnologischen Film MENSCHEN IM BUSCH (1930) den unspektakulären Alltag einer togolesischen Familie und gehen dabei neue Wege, wenn sie die Porträtierten selber zu Wort kommen lassen, statt aus dem Off zu kommentieren. Dokumentarist/-innen wie Ella Bergmann-Michel, Winfried Basse und Ernö Metzner fangen mit ihren Kurzfilmen das Leben der 1920er-Jahre in Berlin und Frankfurt am Main ein. Werner Hochbaum richtet seinen Blick mit BRÜDER (1929) auf das von materieller Not geprägte Dasein einer proletarischen Familie. Dieser von der SPD unterstützte Film, der eine besondere Glaubwürdigkeit durch die Mitwirkung von Laiendarsteller/-innen erhält, nimmt den Hamburger Hafenarbeiterstreik von 1896/97 als Folie, um auf aktuelle politische Kontroversen der 1920er-Jahre anzuspielen. Ebenso kritisch und nüchtern inszeniert Heinz Paul in DIE ANDERE SEITE (1931) jüngste historische Ereignisse: Mit Conrad Veidt als kriegstraumatisiertem britischen Hauptmann im Ersten Weltkrieg legt er die Sinnlosigkeit und Unmenschlichkeit des Grabenkriegs schonungslos offen.

„Die Berlinale hat bedeutenden Regisseuren und Stars des Weimarer Kinos bereits umfangreiche Retrospektiven gewidmet. Nun ist es an der Zeit, mit einer ersten thematisch orientierten Werkschau den Blick auf diejenigen Filme zu lenken, die nicht zum engsten Kanon zählen“, kommentiert Rainer Rother, Leiter der Retrospektive und Künstlerischer Direktor der Deutschen Kinemathek – Museum für Film und Fernsehen

 


 Wir wünschen ein schönes ARTWEEKEND!

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