ARTWEEKEND TIPS – Woche 32/2018

BOMBYX MORI, HAU2  // Die gefaltete Stadt, Galerie im Saalbau  // YUGOMANIA, pavlov’s dog  // KUNSTBUTTER, LAGE EGAL [HB55 Kunstfabrik]


BOMBYX MORI

Samstag 11.08.2018, 17 – 18 UHR
Sonntag 12.08.2018, 19 – 20 UHR

HAU2  |  Hallesches Ufer 32 |  10963 Berlin

Kaskaden schwarzen Stoffes wehen über die Bühne, sie bilden flüchtige Strudel, Flügel, Fabelwesen. In “BOMBYX MORI” lässt sich Ola Maciejewska von der stilprägenden Avantgardistin Loïe Fuller inspirieren.
Sie transformiert das spektakuläre Tanzkostüm von Fullers “Serpentine Dance”, in dem diese meterlangen Stoff um ihren Körper drapierte, zu einer Choreografie für drei Tänzer*innen. Dabei entbirgt die Choreografin das kritische Potenzial der tanzenden Kleider: Ihre Tänzer*innen werden zu Hybriden zwischen Körper und Objekt, Aktivität und Passivität, Menschlichem und Nicht-Menschlichem.

Foto: Martin Argyroglo

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Die gefaltete Stadt

OPENING: 10.08.2018, 18 UHR
LAUFZEIT: 11.08.2018 – 07.10.2018

Galerie im Saalbau | Karl-Marx-Str. 141 |  12043 Berlin

Moderne Megastädte wachsen fieberhaft, horizontal wie vertikal. Nichts dokumentiert die tumultartigen Prozesse und soziale Sprengkraft der Gegenwart genauer als ihre Architektur. Städte sind Ausdruck von konstanter Bewegung im Wettstreit zwischen Wandel und Stabilität. Sie verändern sich permanent, erzählen von Konfrontationen und Widersprüchen. Im Idealfall sind sie ein offenes, fließendes System, in jedem Fall eine komplexe Herausforderung. Nach Arbeiten zu Kairo und Berlin imaginiert Claudia von Funcke in der Ausstellung eine fiktive Stadtentwicklung: Am realen Beispiel Londons zeigt sie deren aufbrechende Totalität und ständige Vibration. Mit einer begehbaren Videoinstallation, Fotografien und „Raumfaltungen“ in Metall und Papier erforscht die Künstlerin neue Ansätze der Urbanisierung und reflektiert die Stadt als utopischen Montageraum.

© Claudia von Funke

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YUGOMANIA

LAUFZEIT: 06.07.2018 – 10.08.2018

pavlov’s dog | Bergstraße 19 | 10115 Berlin

Der weiße Putz bröckelt von der roten Backsteinmauer, eine graue Regenrinne verläuft durch das Bild. In diesem rot, weiß und grau klaffen kleine Einschusslöcher. Das Foto wurde auf dem Territorium des ehemaligen Jugoslawien aufgenommen. Damit stehen der Jugoslawienkrieg und der Zerfall des Landes in den neunziger Jahren mit seiner Widersprüchlichkeit und Fragilität symbolisch für die Zeit nach dem Eisernen Vorhang, die zu neuen Abgrenzungen und gesellschaftlichen Verwerfungen geführt hat.
From the series YUGOMANIA © Joerg Waehner

Joerg Waehner nähert sich dieser Epoche mithilfe eines erweiterten Fotografiebegriffes. Durch Aufnahmen, Zeichnungen, Texte und Frottagen materialisiert Waehner die historischen Restmengen zu haptischen Bildträgern in einer Art soziologischem Reifeprozess. In YUGOMANIA beeinflusst die Vergangenheit permanent die Gegenwart. Waehner lässt Fotografien von jungen Soldaten aus dem Jugoslawienkrieg mit der auf den Grabsteinen gespiegelten Umgebung verlaufen, verbindet Bilder vom ehemaligen Präsidenten Tito mit Landschaften aus einem Kalender. Ein vormaliges Landesschild von Jugoslawien wurde schlicht mit „Slowenien“ überschrieben. Abgepaust bringt Waehner diese Erinnerung zum Vorschein. Auf diese Weise schiebt sich in YUGOMANIA ein Bild in das Nächste, um die verdrängten Schichten des Krieges freizulegen.
Chiara Thies

From the series YUGOMANIA © Joerg Waehner

KUNSTBUTTER

Sonntag 12.08.2018

LAGE EGAL [HB55 Kunstfabrik]  | Herzbergstraße 55 | 10365 Berlin-Lichtenberg

Kunst scheint in dem Fabrikgebäude der Herzbergstraße 55 schon immer ein Thema gewesen zu sein! Wo früher die Aufmerksamkeit der Herstellung eines künstlichen Produkts galt – Margarine als Kunstbutter – setzt man sich heute kontrovers mit der Rolle der Kunst in Gentrifizierungsprozessen auseinander.

Pujan Shakupa, Toy City #042017, C-Print, 70 x 90 cm

Für das Projekt Space Festival kooperiert LAGE EGAL mit der Künstlerin Kristiane Kegelmann und lotet das Verhältnis von Rezipient und Kunstwerk neu aus. Der Betrachter wird aufgefordert, Teil ihrer Arbeiten zu werden und wird durch seine Partizipation Teil des künstlerischen Prozesses ihrer Werke. Durch den Einsatz von ephemeren, essbaren Komponenten initiiert die Künstlerin eine Performance, die einen Raum der Kommunikation eröffnet.

Künstler*innen: Kristiane Kegelmann, Pujan Shakup

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Wir wünschen ein schönes ARTWEEKEND!

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