ARTWEEKEND BERLIN ART WEEK SPECIAL – Woche 39/2018

ABSURDE ROUTINEN, KINDL – Zentrum für zeitgenössische Kunst // THE WORLD ON PAPER, PalaisPopulaire // Agnieszka Polska: The Demon’s Brain,  Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart // PLEASURE DRIVE, GSL PROJEKT 


ABSURDE ROUTINEN

LAUFZEIT: 30.09.2018 – 03.02 2019, Mi—So 12—18 Uhr

KINDL – Zentrum für zeitgenössische Kunst |  Am Sudhaus 3 | 12053 Berlin

Die thematische Ausstellung “Absurde Routinen” präsentiert Aufnahmen von zehn internationalen zeitgenössischen Fotograf*innen, die sich auf unterschiedliche Weise mit Alltagsabläufen und deren überraschender Brechung beschäftigen. Sie wirft Fragen nach dem Zustand einer leistungsorientierten Gesellschaft auf, in der effizientes Handeln an oberster Stelle steht. Dabei werden auch die Kehrseiten des dauerhaften Funktionierens jedes Einzelnen beleuchtet – Müdigkeit, Überforderung und Kollaps.

Ben Zank, Brooke, 2017 © Ben Zank

Kuratiert von CUCO – curatorial concepts berlin e.V. (Hanna Dölle, Katherina Perlongo und Annika Turkowski)

Künstler und Künsterinnen: Louis de Belle, Juno Calypso, Brooke DiDonato, Christoph Grill, Aleksey Kondratyev, Elisa Larvego, Sandra Lazzarini, Pierrick Sorin, Sebastian Stumpf, Ben Zank

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THE WORLD ON PAPER

LAUFZEIT: 27.09.2018 – 07.01.2019

PalaisPopulaire  | Unter den Linden 5  | 10117 Berlin

Papier ist einfach zu nutzen und zugleich experimentell. Es hat eine unprätentiöse, intime Aura, es ist subtil und haptisch. Papier ist auch im Zeitalter der Digitalisierung das Medium, auf dem sich Welten abbilden lassen: Mit rund 300 Highlights und Neuentdeckungen aus der Sammlung Deutsche Bank zeigt The World on Paper, welche Faszination das Medium Papier auf Künstler seit der Nachkriegsmoderne ausübt und wie dieses sinnliche und zugleich pragmatische Material immer wieder neue gestalterische Möglichkeiten eröffnet.

Zugleich verdeutlicht die Ausstellung auch die globale Ausrichtung der Sammlung Deutsche Bank – insgesamt umfasst die Auswahl 133 Künstlerinnen und Künstler aus 34 Ländern, darunter Doug Aitken, Joseph Beuys, Ellen Gallagher, Sigmar Polke, Dieter Roth und Atsuko Tanaka.

Die früheste Arbeit der Schau ist eine Zeichnung von Maria Lassnig von 1948, während das jüngste Werk von Zilla Leutenegger 2018 fertiggestellt wurde. Für die Kunst nach 1945 zählt die Sammlung Deutsche Bank zu den bedeutendsten Kollektionen mit dem Schwerpunkt Papier weltweit. Die Eröffnungsausstellung des PalaisPopulaire dokumentiert die Diversität und Geschichte dieser außergewöhnlichen Sammlung, die in Bankgebäuden rund um den Globus präsent ist. Die Schau bildet den Auftakt zu einer Ausstellungsreihe im neuen Berliner Haus, die in den nächsten Jahren immer wieder neue Aspekte der Sammlung beleuchten wird.

© 2018 Ellen Gallagher. Courtesy the artist and Hauser & Wirth. Photo credit: Alex Delfanne

The World on Paper greift die Architektur des PalaisPopulaire auf und präsentiert auf den drei Etagen drei thematische „Welten“, die sich mit zentralen Aspekten der Gegenwartskunst beschäftigen. Den Auftakt bildet die Sektion, die sich der Abstraktion widmet. Ein Leitmotiv ist hier das leere, weiße Blatt Papier: ein Gedankenraum, in dem sich zunächst rudimentäre, abstrakte Formen herausbilden, die sich dann in gestischen und geometrischen Kompositionen und schließlich in Zahlen, Symbolen, Worten fortsetzen oder zu Ordnungssystemen verdichten. Der folgende zweite Ausstellungsbereich konzentriert sich auf das Selbstbild des Menschen, den Blick auf Körper, Identität, persönliche und kollektive Geschichte.

Den Abschluss bildet die Sektion, welche die künstlerische Auseinandersetzung mit ständig wachsenden urbanen Räumen, neuen Technologien sowie ökonomischen und symbolischen Funktionen von Bildern untersucht. Dabei zieht die Ausstellung Verbindungslinien zu anderen Medien und Praktiken: zu Installation, Performance, Skulptur, Film, Theater, Literatur oder zur Graphic Novel.

The World on Paper dokumentiert, wie durch die Fokussierung auf Arbeiten auf Papier eine junge, zukunftsoffene Sammlung entstanden ist. Diese orientiert sich nicht nur an den Epizentren und bekannten Protagonisten der Kunstwelt, sondern wird auch in Randgebieten fündig: dort, wo junge Künstler oder bisher kaum beachtete Positionen zu entdecken sind, wo sich dem Betrachter neue, oft überraschende Welten öffnen.

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Agnieszka Polska: The Demon’s Brain

LAUFZEIT: 27.09.2018 – 03.03.2019

Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart |  Invalidenstraße 50-51 | 10557 Berlin

Der 9. Preis der Nationalgalerie wurde im Herbst 2017 an Agnieszka Polska (geb. 1985 in Lublin) verliehen. Aus diesem Anlass präsentiert der Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin ab dem 27. September 2018 in der Historischen Halle eine Mehrkanal-Videoinstallation der Künstlerin, die eigens für ihre Einzelausstellung entstanden ist.

© Agnieszka Polska, Courtesy Zak Branicka Galerie, Berlin and OVERDUIN & CO., LA

In ihren Werken verbindet Agnieszka Polska Realfilm mit animierten Sequenzen. Ihre Bildsprache beruht auf der verschlüsselten Aneignung kultureller Erzeugnisse. Oft von einem irritierenden Unterton getragen, stellen Polskas suggestive Videos auf eine poetische Weise die Frage nach dem Zustand der gegenwärtigen Welt und der Verantwortung des Einzelnen. Ausgangspunkt von Polskas neuem Filmprojekt ist ein Schriftverkehr aus dem 15. Jahrhundert zwischen dem Verwalter der polnischen Salzbergwerke, Mikołaj Serafin, seinen Kreditgebern und Schuldnern sowie seinen Angestellten. In einem für die damalige Zeit einzigartigen Abkommen wurden die Bergwerke durch den König an Serafin verpachtet und funktionierten somit wie ein frühkapitalistisches Unternehmen innerhalb der feudalen Gesellschaftsordnung.

In der raumgreifenden Video- und Toninstallation erzählt Polska die Geschichte des Boten, der Serafins Briefe übermittelt und selbst weder lesen noch schreiben kann. Eines Tages verirrt sich der Junge in einem Wald. Dort löst eine unerwartete Begegnung eine halluzinatorische Vision in ihm aus, in der sich christliche Vorstellungen des Weltuntergangs mit heutigen Problemen und Theorien von Ressourcenverbrauch und Informationsökonomik verbinden.

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PLEASURE DRIVE

LAUFZEIT: 27.09.2018 – 30.09.2018

GSL PROJEKT | Liegnitzerstraße 34 |10999 Berlin

Pleasure Drive ist eine Ausstellungs- und Performanceevent, das die Spannung zwischen Sigmund Freuds mythologische Konstrukte des Lebens- (Eros) und Todestriebs (Thanatos) einfängt. In „Jenseits des Lustprinzips“ postuliert er: „Das Ziel alles Lebens ist der Tod.“

Diese Arbeit ist eine Reaktion auf diese grundlegende Energie: eine Reise durch Symbolismus, Bewegung, Stille, Tempo, Konflikt, Hedonismus, Nihilismus, Überschwang, Exzess und sexuelle Lust.

Leben und Tod und die Verschmelzung dieser Triebe in all ihrer Intensität ist das Ziel von Pleasure Drive, was die breiter gefassten Themen und kuratorischen Interessen des GSL-Projekts reflektiert, das vor allem Projekte initiiert und fördert, die die Grenzen zwischen Psychoanalyse und den Kümnsten verschwimmen lassen und dabei philosophische und linguistische Ansätze mit einfließen lassen.

Offal, 2017 (Image courtesy of the artist)

Für Pleasure Drive präsentiert deas Künstler*innenkollektiv Cult of Rammellzee:

∑X ÷ Oº × POX = ∑ Consciousness — The Glue that Drives Us

Ein immersives Ritual kollektiver Ekstase, das die kreativen und destruktiven Triebe auslotet, die von dem Mythos um RAMM: ∑LL: Z∑∑, Gothic futuristischer Philosoph, Künstler und gepanzerter Conferencier kanalisiert werden.

Künstler: The Cult of Rammellzee, Benedikt Drew, Alana Lake, Max Göran, Natasja Loutchko, Ida Lennartsson, Renata Har, Sam Jackson

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Wir wünschen ein schönes ARTWEEKEND!

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