ARTWEEKEND TIPS – Woche 45/2017

 

Affect Me. Social Media Images in Art

ERÖFFNUNG Freitag, 10. November 2017, 19 Uhr
KAI 10 | Arthena Foundation, Düsseldorf

Künstler*innen: Lara Baladi, Irene Chabr, Forensic Architecture, Lynn Hershman Leeson, Thomas Hirschhorn, Randa Maroufi, Rabih Mroué, Thomas Ruff, D. H. Saur
Kuratiert von: Julia Höner und Kerstin Schankweiler

Im Zeitalter von Facebook, Instagram, Twitter und Co. hat sich der Umgang mit Bildern grundlegend verändert. Geteilte Handyfotos und -videos sind zum wichtigsten persönlichen Ausdrucksmittel einer breiten Öffentlichkeit geworden. Sowohl Banalitäten aus dem Leben der User*innen als auch Bildbeweise aus den globalen Krisenherden unserer Gegenwart werden tagtäglich millionenfach im Netz verbreitet. Mit ihrem hohen Affizierungspotenzial spielen Bilder geradezu virtuos auf der Klaviatur der Gefühle. Sie werden massenhaft geliked oder provozieren Proteste, sind Anlass für Kritik und ungehemmte Pöbelei, aktivieren öffentliche Debatten, wirken gemeinschaftsbildend – und befördern die weitreichende Zirkulation von Affekten.

Hier setzt die Ausstellung Affect Me. Social Media Images in Art an. Sie stellt neun internationale künstlerische Positionen vor, die mit Bildmaterial aus den sozialen Medien arbeiten. Ihr Interesse gilt besonders jenen Bildern die in politischen Zusammenhängen in die sozialen Netzwerke gespeist wurden. Die Künstler*innen thematisieren wie diese Bilder jenseits ihrer berichtenden Funktion bewegen und mobilisieren und dabei an der porösen Grenze zwischen Realität und Fiktion agieren. In der Auseinandersetzung mit den digitalen Bildphänomenen gewähren uns die Künstler*innen Einblicke in die emotionale Konstitution und Erregungsdynamik aktueller Gesellschaften.

D. H. Saur | Hope 2008–2011, 2011 | Collage |© D. H. Saur

Mehr Informationen: Affect me


Quintessenz

ERÖFFNUNG Samstag, 11. November 2017, 11 Uhr
Galerie Guido W. Baudach | Berlin

Künstlerinnen: Tamina Amadyar, Sabrina Fritsch, Ina Gerken, Jana Schröder, Alicia Viebrock

Die Galerie Guido W. Baudach zeigt unter dem Titel Quintessenz die Werke fünf in Deutschland lebender abstrakter Malerinnen der jüngeren Generation. Neben Geschlecht, Altersstufe, Medium und Genre eint die Künstlerinnen auch der Umstand, dass sie alle an der Kunstakademie Düsseldorf studiert haben – einem Ort, der für seine ausgeprägte Malereitradition bekannt ist. Jenseits der genannten Gemeinsamkeiten jedoch lässt Quintessenz unterschiedliche künstlerische Sprachen, sowie Haltungen zur abstrakten Malerei deutlich werden, und stellt diese in einem freien Nebeneinander zur Diskussion.
Während insbesondere im letzten Jahrzehnt viele Künstlerinnen und Künstler die Malerei neben anderen, als zeitgemäßer empfundenen oder bewerteten Ausdrucks- und Darstellungsmitteln wie Performance, Film und Fotografie kultiviert haben, scheint eine junge Generation dem periodisch für antiquiert oder gar erledigt gehaltenen Genre mit einer klaren Fokussierung wieder neues Gewicht verleihen zu wollen. Als Resultat des veränderten Umgangs mit dem eigenen Medium und seiner Geschichte zeigt sich eine malerische Vielschichtigkeit, die die Ausstellung Quintessenz beispielhaft anschaulich macht.

Mehr Informationen: Quintessenz


No Longer Art: Salvage Art Institute

ERÖFFNUNG UND VORTRAG Samstag, 11. November 2017, 19 Uhr
BNKR | München

Kuratiert von: Elka Krajewska (Gründerin Salvage Art Institute) und Mark Wasiuta (Columbia University)

Salvage art (wörtlich: Bergungs/Altstoff/Abwrack-Kunst), ist ein Begriff aus der Sprache der amerikanischen Kunstversicherungen und bezeichnet solche Artefakte, die durch absichtslose und irreparable Beschädigung ihren Status als Kunstwerk verloren haben. Das von der Künstlerin Elka Krajewska gegründete Salvage Art Institute in New York widmet sich diesen mit Totalschaden deklarierten Werken, archiviert und stellt sie aus – und schafft damit gleichzeitig eine Plattform, die die Festlegung von finanziellen, ästhetischen und sozialen Werten von Kunst zur Diskussion stellt. Die Ausstellung No Longer Art, die Bestände aus dem Archiv des Salvage Art Institute präsentiert, ist zum ersten Mal in Deutschland zu sehen.

Einmal als Totalschaden deklarierte Kunst ist nach Auszahlung der Schadensersatzleistung offiziell wertlos. Die Objekte landen im Niemandsland der Kunstwelt, existieren für Markt, Galerien und Museen nicht mehr, sind aber oftmals noch relativ unbeschädigt. Befreit von permanenter Bewertung und der Verpflichtung als Ware, wird die salvage art in den Lagern der Versicherungen meist ihrem Vergessen ausgesetzt. Die Ausstellung bringt sie unter neuem Vorzeichen – als no longer art Objekte – wieder zum Vorschein und hinterfragt damit gleichzeitig wie eng unsere Wahrnehmung von Kunst an den Wert gekoppelt ist, der diesen vom Markt zugewiesen wird.

Installation view | No Longer Art: Salvage Art Institute | Arthur Ross Architecture Gallery | GSAPP, Columbia University, NYC | Photo: James Ewing.

Mehr Informationen: No longer Art


„Monument“ vor dem Brandenburger Tor

ERÖFFNUNG Samstag, 11. November
Brandenburger Tor | Berlin

Künstler: Manaf Halbouni

Wer den Samstag nicht im Museum sondern lieber für einen Spaziergang durch Berlin nutzen will, kann Kunst auch draußen erleben: Das umstrittene Kunstwerk „Monument“ des deutsch-syrischen Künstlers Manaf Halbouni steht dann für zwei Wochen vor dem Brandenburger Tor.

Das aus drei senkrecht auf den Hecks stehenden Schrott-Bussen bestehende Friedensmahnmal soll die an der Frauenkirche begonnene Debatte zu Grundprinzipien der Demokratie und Kultur an einem anderen historischen Ort fortführen. „Monument“ erinnert an zum Schutz vor Heckenschützen aufgestellte Busse und den weiter anhaltenden Bürgerkrieg in Syrien. Bewohner einer Straße in der zerstörten Stadt Aleppo hatten sich dahinter in Sicherheit gebracht. Im Frühjahr hatte es zwei Monate vor der Frauenkirche gestanden und eine heftige Kontroverse in Dresden ausgelöst. Schon bei der Einweihung gab es Tumulte und Störungen durch Anhänger der fremdenfeindlichen Pegida.

Quelle: Berliner Zeitung| Bild: Sachsen-Sonntag 


 

Wir wünschen ein schönes ARTWEEKEND!

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